Im Netz überschlagen sich die Reaktionen auf die neue Fujifilm X-5. Kaum sind die X-H2 sowie die X-H2S auf dem Markt, schickt Fujifilm sein nächstes „Flagschiff“ mit einem 40 Megapixel-Sensor in’s Rennen. Deutlich verbesserter Autofokus, Tieraugenerkennung sowie Objekterkennung sind dank KI kein Hexenwerk mehr und werden die Art und Weise der Fotografie beeinflussen. Somit macht Fujifilm vieles richtig und für Marken wie Sony oder Canon wird die Luft deutlich dünner.
Allerdings stellt sich - wie immer, wenn ein neues Modell den Markt erobert - erneut die Frage, ob man das tatsächlich braucht.
Braucht man, du, er, sie, es das wirklich?
Die Frage klingt super einfach und wenn man gelassen an die Sache herangeht, könnte man mit einem klaren Ja antworten, weil der Hersteller – in diesem Fall Fujifilm – das ja sonst nicht machen würde. Sie werden den Markt sondiert und analysiert haben, bevor sie sich auf dieses Abenteuer einlassen. Es geht schließlich um sehr viel Geld und – by the way – auch um ein paar tausend Angestellte.
Aber wir müssen das anders angehen.
Die Mehrzahl der Bilder, die von Fotografen:innen „geschossen“ werden, landen im - ja wo – im Netz. Das sind mindestens 95%. Sie landen auf Webseiten, in Facebook, auf Instagram, in Vero und wie sie alle heißen. Maximal 5% werden ausgedruckt und davon wiederum die Allerwenigsten in Form von DIN A 3 oder größer zu Papier gebracht, um als Ausstellungsobjekt oder an der Wand seinen Dienst zu verrichten.
Für das Internet reichen tatsächlich 1,9 Megapixel. Diese Auflösung reicht aus, um das darzustellen, was sich jemand in noch nicht einmal 0,52 Sekunden (weltweiter Betrachtungsdurchschnitt auf Instagram) anschaut oder besser „überfliegt“.
Dafür war und ist schon die X-T4 (übrigens eine tolle Kamera, die ich selber regelmäßig im professionellen Einsatz habe) mehr als üppig bestückt. Zumal sie nicht nur fotografieren kann, sondern auch noch über tolle Videofeatures verfügt, die sogar 99% aller Fotografen ausreichen.
Und wieder sind wir bei dem Punkt, den anzufügen sich stets lohnt: das Bild macht nicht die Kamera, sondern die paarundzwanzig Zentimeter dahinter. Bitte, wir reden bzw. schreiben hier nicht über Technik-Nerds. Für die ist eine X-T5 ein MUSS.
So und jetzt kommt sozusagen kurz bevor die Kamera in den Handel kommt (voraussichtlich. am 17.11.2022), das ABER.
ABER es funktionieren nicht alle Objektive bei dieser Auflösung. Puhhh. Ein Schlag. Fujifilm hat eine Liste veröffentlicht, in der die Objektive beschrieben sind, die bis an den Rand scharf abbilden. Ok, das sind ganz schön viele. Aber es sind eben Objektive vom Hersteller selbst und wir wissen alle, dass ein entsprechender „Fuhrpark“ ein mächtigen Schlag in’s Kontor verursacht. Unbedingt notwendig, wenn man bedenkt, dass ein Objektiv wichtiger ist, als die Kamera. Denn das Objektiv macht das Bokeh – nicht die Kamera. Das Objektiv macht die notwendige Schärfe – nicht die Kamera. Objektive können bzw. sind in aller Regel weitaus teurer, als der Kamerabody. Übrigens jeiner der Hauptgründe, warum sich nur selten jemand für einen vollständigen Systemwechsel entscheidet (so wie ich es zweimal getan habe). Hier wirst man nun über kurz oder lang einen Systemwechsel innerhalb ein- und desselben Systems durchführen müssen. Bis man dann alle gängigen Festbrennweiten aus den Segmenten der Weitwinkel-, Normal- und Telefotografie mit den passend gerechneten Linsen sein Eigen nennen darf, kommen zu dem Anschaffungspreis von 2.000 Euro gut und gerne noch einmal ca. 4.000 Euro hinzu. 6.000 Euro sind nun weiß Gott kein Schnäppchen mehr.
Und jetzt kommt der Kompromiss. Man besitzt einige (bisher) sehr gute Objektive und nun stehen diese nicht auf der Liste. Altglas wird – wenn überhaupt nur zufällig funktionieren. Third-Party-Linsen, wie die von Viltrox definitiv nicht und selbst bei Fujinon-Objektiven sind das auch längst nicht alle. Abblenden zu müssen oder zu vignettieren kann aber nicht der Zweck der Sache sein. Warum zahle ich für ein lichtstarkes Objektiv mit Blende f/0.95 oder f/1.2, dessen Einsatzzweck bewusst gewählt wurde, ca. 30-40% mehr, wenn ich es dann bei Offenblende an einer 40 MP-Kamera nicht benutzen kann? In der Landschaftsfotografie spielt das nicht wirklich eine Rolle – wer fotografiert schon Landschaften mit Blende f/1.2? Es mag einige Wenige geben, aber die Masse treibt sich bei f/8.0 bis f/11.0 herum. Da sind ja dann auch selbst Objektive, die nicht auf besagter Liste stehen, von drohender Randunschärfe nicht betroffen.
Und ja, ich kann ja croppen und habe immer noch genug Megapixel zur Verfügung. Aber auch das darf kein Kompromiss sein, wenn ich den unscharfen Rand wegschneiden muss. Um wieviel muss ich meine Brennweite verlängern, damit genügend Platz für das Beschneiden des Bildes bleibt?
Ich will nicht abblenden und ich will auch nicht immer eine Vignette und wenn der Unterschied tatsächlich nur marginal ist, nur Pixelpeepern auffällt, braucht man das alles gar nicht thematisieren. Da es aber dennoch – auch von einer Vielzahl an Testern - thematisiert wird, scheint das Problem mit der Unschärfe nicht unerheblich zu sein.
Andererseits würde ich dem nicht allzu viel Bedeutung beimessen wollen. Im Portraitsegment arbeitet man in aller Regel sowieso mit gezielter Unschräfe, die zum Rand hin zunimmt. In der Landschaftsfotografie blendet am sowieso ab und selbst beim Productshooting brauche ich keine Schärfe bis in den letzten Zipfel.
Aber noch einmal, wenn ich ständig irgendwelche Kompromisse eingehen muss, sei es in Bezug auf das Rauschverhalten, den Schärfebereich oder anderen Dingen, dann brauche ich eigentlich keine X-T5. Nicht weil die Kamera schlecht ist. Keineswegs. Ein geniales, tolles Teil, das den Markt aufmischen wird. Sondern einfach deswegen, weil ich nicht bereit bin, für 2.000 Euro +, Kompromisse einzugehen. Dann können wir uns eine Diskussion über Randschärfe und das Rauschen ersparen und gleich wieder mit einer guten, alten DSLR fotografieren. Das war übrigens meine Empfehlung an jemanden, der in einem Fotografieforum die Diskussion über das Rauschen geradezu verurteilte.
Fazit
Lohnt der Kauf? Sehr wahrscheinlich ja. Neuester Stand der Technik für eine überschaubare Summe – solange die Objektive passen. Ansonsten wird’s teuer. Für den Profi ebenso wie für den begeisterten Hobbyisten.
Lohnt der Umstieg? Nicht unbedingt. Es kommt darauf an. Wer mit der X-T3 oder der X-T4 bisher bestens zurechtkam, wird vom besseren Autofokus-System profitieren, aber er kam ja ohne Tieraugen auch klar. Der Ausschuss ist etwas höher, aber er wird auch mit der X-T5 nicht Null sein. Und im Zeitalter von 256 GB-Speicherkarten bedeutet Ausschuss lediglich etwas mehr Zeit bei der Nachbearbeitung. Sportfotografen werden sich sowieso eher für die X-H2S entscheiden.
Schlussendlich bleibt jedem Foto- und Videografen die Entscheidung selbst überlassen. Ich persönlich werde - obwohl ich auch zuerst mit einem Umstieg geliebäugelt habe - bei meiner Kombi aus Nikon Z6II und Fujifilm X-T4 bleiben.
Wieder ein Grund mehr, sich über die Art und Weise, wie und was man überwiegend fotografiert, im Klaren zu sein bzw. zu werden.
©2022 Jürgen Pagel
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