Neue Regelungen für Passbilder

Jürgen Pagel

Neue Regelungen für das Erstellen von Passbildern

Ab Mai 2025 dürfen Passbilder nur noch digital erstellt werden. Die Passfotos können direkt auf dem Amt oder bei einem Berufsfotografen angefertigt werden. Das Bundesinnenministerium hat diese neue Regelung eingeführt, um Manipulationen zu verhindern.

Es gab jedoch vermehrt Klagen von Fotografen, die auf eine große Unklarheit hinsichtlich der neuen Vorgehensweise bei der Erstellung von Passfotos hinweisen, obwohl diese Neuregelung bereits im Oktober 2023 angekündigt wurde. Neu ist, dass es in den Behörden die Möglichkeit geben soll, das Passbild vor Ort machen zu lassen. Ab Mai 2025 können Bürgerinnen und Bürger selbst entscheiden, ob sie das Foto für ihr Ausweisdokument bei einem Fotografen im Fotostudio oder in der Pass- und Ausweisbehörde erstellen lassen. Für Personalausweis und Reisepass gelten vorübergehend andere Regeln als für den Führerschein oder einen Behindertenausweis. Für den Personalausweis ist eine E-Foto erforderlich, d. h. die Fotos werden nicht mehr ausgedruckt, sondern via einer sicheren Datenverbindung elektronisch an das jeweilige Amt übertragen.
Ab Mai 2025 benötigen Fotografen neben der Zertifizierung eine bestimmte Software zum Versenden der Daten in eine Cloud und müssen sich mithilfe eines weiteren Geräts mit ihrem Ausweis bei jedem Upload identifizieren.

Die Kosten für die Aufrüstung belaufen sich auf mindestens 300 Euro, hinzu kommen sieben Euro pro Bild für das Hochladen. Der Kunde erhält einen QR-Code, der bei der Behörde eingereicht werden kann. Die Rentabilität des Erstellens von Passbildern ist in diesem Kontext fraglich.

Bei einem Stundenlohn von mindestens 150 Euro netto beträgt der Zeitaufwand für ein Passfoto vom Betreten des Studios über die Beratung bis zum Ausdruck bisher ca. 15 Minuten. Das entspricht einem Nettoansatz von ca. 37,50 Euro, also rund 44 Euro brutto für einen einzigen Bildsatz, zuzüglich Materialkosten.

Zusätzlich werden 7 Euro für die Datenübermittlung berechnet.
Bisher verlangen Fotografen je nach Wohnort ca. 21 Euro für 4 bis 6 Passbilder.
Der Preis liegt deutlich unter der Rentabilitätsgrenze, da es das Ziel ist, Kunden ins Studio zu bekommen, um ihr Interesse für weitere Leistungen des Fotografen zu wecken. Dies ist jedoch in den seltensten Fällen möglich, da Kunden, die ein Passbild benötigen, meist unter Zeitdruck stehen und sich nicht für Hochzeits- oder Portraitaufnahmen interessieren.

Obwohl der Umsatz aus der Erstellung von Passfotos im Durchschnitt 10 % des Gesamtumsatzes betragen hat, ist dies in naher Zukunft nicht mehr rentabel darzustellen.
Die Kosten für die Erstellung von Passfotos in einem Rathaus liegen deutlich unter denen, die von professionellen Fotografen in Rechnung gestellt werden.

Fazit
Die Zukunft der Passbildfotografen ist ungewiss. Bereits seit eineinhalb Jahren sind einschneidende Änderungen hinsichtlich der Erstellung von Passbildern bekannt. Es war ausreichend Zeit, sich auf diese Veränderungen einzustellen. Viele haben – wie so oft – die Zeit verstreichen lassen und zeigen sich nun überrascht.
Dabei gibt es zahlreiche andere Genres, die lohnender erscheinen, als es Passbilder jemals waren.

©2025 Jürgen Pagel

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