1. Zunächst gilt es einige grundsätzlichen Ansprüche zu definieren.
a. Da wären beispielsweise die Qualität (Geschwindigkeit und Genauigkeit) des Autofokus. Benötigst Du einen Tierautofokus, schränkt das die Auswahl von vorne herein auf wenige Modelle ein.
b. Ein bewegliches Display bietet viele Vorteile, denn erlaubt Dir, über Kopf oder in Bodennähe zu fotografieren, ohne dass Du dafür zuvor ein Beweglichkeitstraining absolvieren musst. Auch das Fotografieren im Hochformat fällt damit deutlich leichter.
c. Ein
Bildstabilisator ist selbstverständlich kein Muss, aber er erlaubt Dir in LowLight-Situationen oder bei der Verwendung von Telebrennweiten deutlich längere Verschlusszeiten. Ein großer Vorteil gegenüber nicht stabilisierten Sensoren.
2. Dann kommt die alles entscheidende Frage: Für welchen Einsatzzweck möchtest Du die Kamera verwenden?
a. Bist Du Hobbyist? Dann sind in erster Linie die Größe und der Preis entscheidend. Die Kamera sollte klein, handlich und leicht sein – eine Immer-dabei-Kamera. Wechselobjektiv kann, muss aber nicht sein und das Ganze zu einem vernünftigen Preis. So um die 600 bis 1.000 Euro bekommst Du gute und qualitativ hochwertige Kompaktkameras bzw. DSLM – auch auf dem Gebrauchtmarkt. Dabei wäre es durchaus eine Überlegung wert, das bereits vorhandene Smartphone zu benutzen. Die Regeln der Fotografie lassen sich damit genauso umsetzen, wie mit einer „großen Schwester“ und es gibt ausreichend App’s auf dem Markt, die auch das Fotografieren im RAW-Modus ermöglichen. Günstiger wird es allemal, weil Du das Smartphone schon iin der Tasche hast bzw. gerade im Moment in der Hand hältst.
b. Du planst den professionellen Einsatz? Mit professionell meine ich, dass Du mit der Fotografie Deinen Kühlschrank füllen möchtest. Dann sind die Ansprüche andere. Einige wenige Fotografen bekommen das auch mit dem Smartphone hin, aber der Einsatzbereich ist dann doch sehr begrenzt.
i. Zwei Speicherkartenplätze.
Im Profi-Segment ein unbedingtes Muss. Nichts ist peinlicher, wenn Du nach oder während einem aufwendig inszenierten Shooting feststellst, dass sich auf der Karte keine Bilder befinden und Deine Kamera Dir diesen Fehler nicht angezeigt hat. Oder die Karte wird aus irgendeinem Grund beim Wechsel beschädigt. Möglichkeiten des Missgeschicks gibt es viele. Mit einem Backup auf der zweiten Karte kannst Du solchen Situationen gelassen entgegenblicken.
ii. Witterungsschutz
Sollte es während eines Outdoor-Shootings zu regnen beginnen, wäre ein Abbruch wegen Deiner nicht regenfesten Kamera ebenso fatal, wie der Verlust der Bilder. Dabei achtest Du im Idealfall nicht nur auf eine Abdichtung der Kamera, sondern auch auf eine ebensolche bei den Objektiven.
iii. Akkugröße
Das ist eher das kleinere Problem, denn Ersatzakkus sind schnell beschafft und auch schnell getauscht (wenn man sie nicht zu Hause vergessen hat). Dennoch erleichtert ein Akku mit mindestens 24.000 mAh das Arbeiten erheblich, vor allem dann, wenn der Stromverbrauch der Kamera selbst gering ist. Vor allem bei Videoaufnahmen werden kleine Akkus schnell nervig und das Wechseln lästig.
c. Diese drei vorgenannten Aspekte sind m.E. bedeutsam. Mit vielen anderen Dingen drumherum kann man mehr oder weniger gut leben. Sie lassen sich durch entsprechendes Zubehör beheben und erlauben dennoch eine professionelle Fotografie.
3. Wofür benutzt Du Deine Kamera?
Auch das ist tatsächlich noch eine der grundsätzlichen Fragen. Fotografie, Video oder Hybrid?
a. Fotografie
Nutzt Du Deine Kamera professionell und überwiegend für die Fotografie, dann sollte sie über mindestens
i. 24 bis 30 MP (das ist m.E. der Sweat-Spot),
ii. über Vollformat (oder hochwertige APS-C/ MFT wie die Fujifilm X-H2, X-H2s o.ä.)
iii. und einen digitalen Hot Shoe verfügen, damit Du Blitzgeräte oder Funksender nutzen kannst.
b. Video
Bei überwiegendem Videoeinsatz sollte die Kamera mindestens über
i. 4K,
ii. 4K + 60 FPS (für geschmeidige Zeitlupen-Aufnahmen)
iii. kein Aufnahmelimit und keine Überhitzungsprobleme und
iv. einen Audio-Anschluss zur Tonkontrolle verfügen.
c. Hybrid
Bei den Hybriden sollten wenigstens
i. 4K und
ii. 24 MP an Bord sein.
4. Nicht ganz so wichtig (abhängig vom eigentlichen Einsatzzweck) sind
a. hohe Bildrate (für den „normalen“ Fotografen mit Ausnahme der Sportfotografen),
b. extrem kurze Belichtungszeiten
c. Speicherkartentyp
i. CF-Express – der Mehrwert ist nur dann gegeben, wenn die Kamera die hohe Schreibgeschwingkeit einer CF-Expresscard auch tatsächlich verarbeiten kann.
ii. SD-Karte, die in der Regel (Ausnahme hohe Video-Bildraten) ausreicht.
Mit einem derartigen Wissen ausgerüstet wird der Gang in das nächste Fotofachgeschäft zu einem Kinderspiel – unter Umständen sehr zur Freude des Verkäufers, weil endlich mal ein Kunde kommt, der weiß, was er oder sie will. Und auf dem Gebrauchtmarkt hast Du damit eine eindeutige Vorgabe dessen, was Du wirklich brauchst und was es beim Kauf zu beachten gilt.
Verfalle nicht dem Hype um irgendwelche Kameramarken. Jeder Fotograf wird Dir die Kamera empfehlen, deren Marke er gerade nutzt - bei mir sind das Fujifilm und Nikon. Fujifilm haben erstaunlich wenige auf dem "Schirm". Viele Anfänger (so zumindest der Eindruck aus den einschlägigen Foren) starten mit einer Canon-Kamera, um dann mit verhaltenem Erstaunen festzustellen, dass die Objektive sehr hochpreisig sind und vor allem keine kostengünstige Auswahl an Objektiven von Drittherstellern besteht, da Canon im Gegensatz zu anderen Marken seinen Mount nicht freigegeben hat. Fujifilm verfügt über eine große Auswahl an nativen Objektiven, aber auch viele Objektive von Drittherstellern sind erstklassig (günstig und gut) und stehen den nativen Objektiven in Nichts nach. Aber all das ist nebensächlich, wenn Du weißt, was Du wirklich brauchst und willst.
Ich hoffe, dass ich Dir bei Deiner nächsten Entscheidung, welche Kamera Du kaufen solltest, helfen konnte.
Wenn ja, lass es mich gerne wissen.
©2024 Jürgen Pagel | Neunzehn58
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