Kein Smartphone für professionelle Fotografien

Jürgen Pagel

Warum Sie für professionelle Unternehmenspräsentationen nicht Ihr Smartphone verwenden sollten

Ausschnitt aus dem am 03.01.2023 erschienenen Video von Rico Best

Mal schnell für die neue Website ein paar Bilder gemacht. Entweder Sie machen die Bilder selbst oder beauftragen  einen Mitarbeiter der Personalabteilung, weil der beim letzten Betriebsfest so tolle Bilder gemacht hat.

In Ermangelung einer professionellen Kameraausrüstung, geschweige denn eines geeigneten Licht-Setup, mal eben schnell das Smartphone zur Hand genommen und ein paar Bilder "geschossen". Lieber ein paar mehr, denn dann ist die Auswahl größer.

Das Ergebnis? Gar nicht mal so schlecht. Für Facebook, für einen Instagram-Post oder für die private Präsentation auf eben einem Handy sehen die Bilder passabel aus.


Und genau darum geht es mir. Mir liegt es fern, die Handyfotografie schlecht zu reden. Sie hat ihren Reiz und zweifelsfrei ihren Einsatzzweck. Aber wenn Sie Ihr professionelles Unternehmen, in das Sie viel Herzblut stecken bzw. gesteckt haben einem Handy überlassen, ist das am falschen Ende gespart.
Solange die Bilder auf dem Handy bleiben, ist alles gut. Betrachten Sie sich diese jedoch aus der Nähe bzw. auf einem 16:9 Screen eines PC's oder Mac's, kann das Ergebnis nicht mehr zufriedenstellend sein (siehe Bild oben).


Links sehen Sie das Bild mit einer Canon M50 (24 MP) aufgenommen (vergrößert auf 100%). In der Mitte mit einem iPhone der neuen Generation (Sie sehen schon deutliche Qualitätsverluste) und rechts den gleichen Ausschnitt mit einem 46 MP Handy. Trotz der vermeintlich höheren Auflösung wird die Qualität noch einmal deutlich schlechter. Sie müssen das nicht an der Marke festmachen. Die Ergebnisse sind - egal mit welchem Handy und Kamera - stets dieselben.

Warum ist das so?

Das iPhone 14 Pro hat einen 1/1,28-Zoll-Sensor mit 48 MP, die Canon M50 besitzt einen CMOS-Sensor APS-C 22,5 x 15,0 mm mit 24,1 MP. Bei so einem kleinen Sensor, wie dem des iPhone, der alle Informationen aufnehmen und auf eine sehr kleine Fläche komprimieren muss (Pixeldichte), kommt es zwangsläufig zu Verlusten, an denen auch das RAW-Format, in dem aufgenommen werden kann, nichts ändert. Es muss also Kameraintern erheblich nachgebessert werden. Dieses geschieht mittels einer integrierten Bildbearbeitungssoftware, die angepasst an die jeweilige Bildsituation, eingreift, Kanten glättet, Rauschen entfernt, nachschärft, den Kontrast erhöht und vieles andere mehr. Sie haben darüber nur eine geringe bis gar keine Kontrolle, zumal Ihnen in der Regel auch die Software wie Lightroom oder/ und Photoshop nicht zur Verfügung steht. Die Verluste an Schärfe können aber auch mit der Software nicht mehr ausgeglichen werden.
Das alles fällt auf einem Handyscreen nicht auf, all das sieht man ein Instagram nicht. Dort sehen die Bilder klasse aus. Aber selbst bei geringfügiger Vergrößerung, wie das zwangsläufig auf Webseiten der Fall ist, kommt die mindere Qualität zum Vorschein.


Zum besseren Verständnis verlinke ich an dieser Stelle das Video von Rico Best.



Das Handy ist prima. Ein schlechtes, weniger scharfes Bild ist zweifelsfrei besser, als gar keines. Das Handy hat man immer dabei, die große Kamera eher selten. Aber darum geht es ja nicht.

Sie wollen professionelle Bilder für ein professionell aufgestelltes Unternehmen? Ich kann Ihnen versichern, dass weder Porsche noch Mercedes Benz, weder OLYMP noch Stihl als weltgrößter Motorsägenhersteller Bilder aus dem Handy auf ihren Webseiten veröffentlichen - ich weiß es, denn ich arbeite für drei dieser vier weltgrößten Unternehmen.


Fazit

Lassen Sie den Personalsachbearbeiter seinen Job machen, in dem er sich auskennt. Kümmern Sie sich um den Fortbestand und die Entwicklung Ihres Unternehmens - das ist Ihre Kompetenz.
Überlassen Sie das Fotografieren denjenigen, die das als Beruf gewählt haben und deren tägliches Brot es ist, solchen erfolgreichen Menschen, wie Sie es sind, die tägliche Arbeit zu erleichtern.


© 2023 Jürgen Pagel | Lichtwerk.Design

Neunzehn58 Photographie

Vintage Kamera
von Jürgen Pagel 1. April 2025
Wenn Hersteller Produkte in kurzen Zyklen auf den Markt bringen, nennt man dies oft "agiles Produktmanagement" oder "frequente Produkteinführungen". Dieser Ansatz ermöglicht es Unternehmen, schneller auf Marktänderungen und Kundenfeedback zu reagieren und ständig ihre Produkte zu optimieren. Sollte man meinen.
Schachspieler mit Strategie
von Jürgen Pagel 27. März 2025
Strategisch zu Fotografieren ist keineswegs eine Vorgehensweise von Kriegsberichterstattern, sondern ein Muss, wenn Fotografieren jedweder Art schnell und zuverlässig gehen soll. Schnell gehen soll es bei der Food-Photography, denn wenn Essen lange steht, wird es unappetitlich und unansehnlich. Schnell gehen muss es auch manchmal in der Street-Photography, denn der eine entscheidende Moment kommt so schnell nicht wieder.
Abitur
von Jürgen Pagel 24. März 2025
Die Agentur taucht ab und zieht den Kopf ein. Postalische Versuche, diese zu kontaktieren, laufen ins Leere. Ein lohnenswertes Video von ACHTUNG ABZOCKE, das wieder einmal die Abgründe von Geschäftsgebaren zeigt. Die begangene Urheberrechtsverletzung durch Verwendung von nicht genehmigten Videomaterial eines US-amerikanischen Unternehmens wird die vermeintliche Agentur auf jeden Fall sehr teuer zu stehen kommen. Ich persönlich kann und werde nicht für die gesamte Fotografie- und Agenturbranche sprechen.
Passbild in unterschiedlichen Ausführungen
von Jürgen Pagel 19. März 2025
Es gab jedoch vermehrt Klagen von Fotografen, die auf eine große Unklarheit hinsichtlich der neuen Vorgehensweise bei der Erstellung von Passfotos hinweisen, obwohl diese Neuregelung bereits im Oktober 2023 angekündigt wurde. Neu ist, dass es in den Behörden die Möglichkeit geben soll, das Passbild vor Ort machen zu lassen. Ab Mai 2025 können Bürgerinnen und Bürger selbst entscheiden, ob sie das Foto für ihr Ausweisdokument bei einem Fotografen im Fotostudio oder in der Pass- und Ausweisbehörde erstellen lassen. Für Personalausweis und Reisepass gelten vorübergehend andere Regeln als für den Führerschein oder einen Behindertenausweis. Für den Personalausweis ist eine E-Foto erforderlich, d. h. die Fotos werden nicht mehr ausgedruckt, sondern via einer sicheren Datenverbindung elektronisch an das jeweilige Amt übertragen. Ab Mai 2025 benötigen Fotografen neben der Zertifizierung eine bestimmte Software zum Versenden der Daten in eine Cloud.
Kamerabedienung - Hand an einer Kamera
von Jürgen Pagel 18. März 2025
Dies ist der Start einer Serie von Tipps zur Fotografie. Das Besondere ist dabei die Möglichkeit, Deine Bilder zum jeweiligen Themenbereich via E-Mail zu senden. Zu einer Auswahl der Bilder findet dann jeweils eine Woche später eine Bildbesprechung bzw. ein Resümee statt. Dies kann auf Wunsch des Fotografierenden öffentlich oder per Zoom-Call geschehen.
Schafherde im Abtrieb
von Jürgen Pagel 16. März 2025
Brauchst Du als Fotograf stets die neueste Kamera? Nein. Brauchst Du das nächste Stativ, verbunden mit der Hoffnung, dass Du nun endlich das passende gefunden hast? Nein. Brauchst Du das dritte 27mm-Objektiv, diesmal aber mit f/1.2 statt f/1.8? Nein. Brauchst Du das x-te Schnellspann-System für Deine Kamerabefestigung, obwohl Dein bisher genutztes einwandfrei seinen Dienst verrichtet? Nein. Und wie schaut’s aus mit einem neuen Kameragurt? Brauchst Du auch nicht. Vom Unterschied zwischen brauchen und wollen. Der Unterschied zwischen "brauchen" und "wollen" ist erheblich. Wenn man etwas braucht, bedeutet das oftmals eine gewohnheitsmäßige Abhängigkeit, die in vermeintlichen Mangelzeiten besonders spürbar wird. Man verliert die Unabhängigkeit. Im Gegensatz dazu will man etwas haben, weil damit oder deswegen die Zeit schneller vergeht oder es einen glücklich macht, ohne dass man davon abhängig ist.
von Jürgen Pagel 10. März 2025
„Es ist für jeden Fotografen eine Herausforderung, bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder unfotogenen Motiven, nicht auf den Auslöser zu drücken.“ Ein absolut zutreffender Satz. In vielen Fort- und Weiterbildungen zur Fotografie hört und liest man, dass Quantität vor Qualität geht – um Erfahrungen zu sammeln, um sicher mit der Technik umzugehen zu lernen. Alles richtig. Aber man muss nicht jedes Bild der Öffentlichkeit preisgeben. Einer sorgfältig kuratierten Sammlung ist der Vorzug zu geben. In den sozialen Medien finden sich mittlerweile Millionen Bilder, die anzuschauen gar nicht mehr möglich ist. Zumal der berüchtigte und von allen Fotografen gefürchtete Algorithmus darüber entscheidet, was man zu sehen bekommt und was nicht. Auch das lt. Meta ein für den Betrachter/ Leser wertvoller Content entscheidend ist, scheint sich bei Meta selbst nicht herumgesprochen zu haben.
Gänseblümchen mit Schlüssel als Zeichen der Wertschätzung
von Jürgen Pagel 6. März 2025
Wertschätzung ist ein wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche Unternehmenskultur, die sich nicht nur in Worten, sondern auch in der Darstellung der MitarbeiterInnen in der Außendarstellung widerspiegelt. In vielen Unternehmen wird Wertschätzung zwar betont, schriftlich fixiert und oftmals (theoretisch) vorgegeben, doch in der Praxis bleiben die Menschen, die den Betrieb am Laufen halten, oft unsichtbar. Sie werden weder auf der Website noch in den einschlägigen sozialen Kanälen oder auf der Über-uns-Seite vorgestellt. Dies führt zu einer mangelnden Anerkennung der Arbeit dieser MitarbeiterInnen, was wiederum zu einer Abwanderung von qualifizierten Fachkräften führen kann. Wertschätzung wird oftmals unterschätzt!
Bild einer Pflanze bei Sonnenschein
von Jürgen Pagel 2. März 2025
Einfache Fotografie produziert einfache Ergebnisse. Einfache Ergebnisse gibt es genug. Herausragende Ergebnisse sind das Produkt von Sachkenntnis, technischem Verständnis, Kenntnis der Bildgestaltung und Bildbearbeitung sowie der Kenntnis der Regeln oder der Fähigkeit, diese erfolgreich zu brechen. Alles andere funktioniert nicht.
Handy mit Instagram-Zugang
von Jürgen Pagel 25. Februar 2025
In den letzten Jahren ist eine bemerkenswerte Entwicklung in der Welt der sozialen Medien zu beobachten: Die Bilder auf Instagram wirken zunehmend austauschbar. Wo früher Kreativität und Individualität dominierten, scheint heute ein homogenes Bild von perfekt inszenierten, aber oft wenig einzigartigen Fotos vorzuherrschen. Doch woran liegt das?
Weitere Beiträge
Share by: